Ramersdorf-Perlach



Neubaugebiet ehem. Piederstorfer-Gelände

Als eines der letzten großen Bauprojekte im Münchner Osten wurde das Neubaugebiet auf der Informationsveranstaltung am 13.10.2014 vorgestellt. Es ist ein Projekt, das in seinen Auswirkungen sowohl Ramersdorf-Perlach als auch Trudering-Riem betrifft Weiter


Kiesgrube Roth

Foto: R. Pott-Born

In der Kiesgrube Roth wurde von Ende der 30er Jahre bis in die 80er Jahre Kies abgebaut. Nach Einstellung des Betriebs eroberte die Natur die Flächen rasch wieder zurück. Die Kiesgrube ist aufgrund der Arten- und Strukturvielfalt als wertvolles Biotop in der Stadtbiotopkartierung erfasst. Sie befindet sich in Privatbesitz. Eine Besonderheit der Kiesgrube Roth ist es, dass die einzelnen Stadien der Wiederbesiedelung einer offenen Kiesfläche hier auf kleinem Raum abgebildet sind: Gräser und Kräuter, Weidengehölze, Ruderalfluren, größere Weidengehölze, Gebüsche und Laub- und Nadelbäume. Ein Grundwasserteich mit Schilfröhrichtzone bietet Lebensraum für wasserliebende Pflanzen und Tiere. Man findet hier Arten, die normalerweise in Flussauen vorkommen. Beim Geo Tag der Artenvielfalt 2013 wurden im Bereich der Kiesgruppe über 1000 verschiedene Arten erfasst, z.B. auch die Wechselkröte, von der man bislang glaubte, sie sei an diesem Standort ausgestorben. Im strukturreichen Gelände der Kiesgrube finden sich dutzende zum Teil seltene Vogelarten. Seltene Käfer, Schmetterlinge und vor allem viele Wildbienenarten haben sich in den offenen Böden angesiedelt. Beispielsweise ist die Sandbiene Andrena apicata in München nur an dieser Stelle nachgewiesen worden. Die natürliche Vielfalt auf dem Gelände soll erhalten und gefördert werden. Dazu ist es wichtig, Vegetationstypen zu schützen, die für den Standort "Kiesgrube" charakteristisch sind. Sich selbst überlassen, würde das Gelände langfristig verbuschen und schließlich zu Wald, der Lebensraum für Tiere und Pflanzen, die offene Flächen und Kieshänge benötigen, ginge verloren. Die Ortsgruppe pflegt regelmäßig einige Bereiche, um den Lebensraum für Wildbienen langfristig zu erhalten. Weitere Maßnahmen zur Pflege des Biotops sind in Planung.


Tempo 30 für Hofangerstraße und Berger-Kreuz-Straße

Auf der einen Seite: Wohnbebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern, in denen Menschen aller Altersgruppen wohnen. Auf der anderen Seite: Der Ostpark, die größte Grünanlage im Münchner Osten und Naherholungsgebiet ersten Ranges. Dazwischen: Die Hofangerstraße. Eine kurvige, partiell enge und dennoch von Durchfahrern zunehmend mehr genutzte, da staufreie Straße. Für Fußgänger, insbesondere in Begleitung von Kindern, ist es oft ein purer Stress, diese Straße zu überqueren, ein echtes Hindernis und eine Bedrohung, um erholt wieder aus dem Park zu gelangen. Der Ostpark muss täglich auf dem Weg zur Schule und zum Sport und Spiel erreicht werden und dennoch gibt es am einzigen Eingang an seiner westlichen Begrenzung keine Überquerungshilfe, wie z. B. eine Mittelinsel.

Was bislang erreicht wurde: Vor knapp zwei Jahren riefen wir an dieser Stelle auf, die Unterschriftensammlung für Tempo 30 in der Hofangerstraße und in der Berger-Kreuz-Straße zu unterstützen. Knapp 2000 Unterschriften konnte die Ramersdorfer Verkehrsinitiative im August 2012 Bürgermeisterin Christine Strobl überreichen. "Ein so große Zahl an Unterschriften muss ernst genommen werden.", so die Bürgermeisterin und versprach ihre Unterstützung genauso wie der Bezirksausschuss. Dann dauerte es noch 10 bange Monate bis das KVR im Juni 2013 die Schilder montieren ließ. Während der südliche Abschnitt der Hofangerstraße und die Berger-Kreuzstraße in die Zone-30-Regelungen aufgenommen wurde, gilt im nördlichen Abschnitt der Hofangerstraße Tempo 30 km/h. Im Grunde genommen kommt es aufs Gleiche hinaus, auch wenn die Beschilderung manchmal kuriose Formen annimmt. Dort wo Zone 30 endet, beginnt Tempo 30. Aber dies hat auch Vorteile, denn somit gibt es mehr Schilder und mehr Erinnerungen für die Autofahrer. Die nehmen es aber trotz der zahlreichen Schilder nicht so genau mit der Geschwindigkeitsbegrenzung. Mehr Kontrolle wäre notwendig. Für die großen und kleinen Fußgänger und Radler, die in den Park oder in die Schule wollen, bleiben die beiden Straßen gefährliche Hindernisse. Denn eine Überquerungshilfe am Ostparkeingang, wie ihn die Verkehrsinitiative mit der Unterschriftenaktion ebenso forderte, gibt es immer noch nicht.

25.02.2014 Regine Hang-Dausch